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Cochlea Implantat Verband NRW e.V. - taub und trotzdem hören

Kathrin SchröderEin Mensch ohne Beeinträchtigungen verfügt über den Seh-, Tast-, Hör-, Geruchs- und Geschmackssinn. Der Hörsinn, einer der sogenannten Fernsinne, stellt einen elementaren Sinn des Menschen dar. Durch diesen Fernsinn können wir miteinander kommunizieren, uns Informationen beschaffen sowie in der Umwelt orientieren und fortbewegen. Ist einer dieser oben genannten Sinne beeinträchtigt oder fällt vollständig aus, ist zwar eine Kompensation in einem begrenzten Umfang durch die übrigen Sinne möglich, diese geht jedoch mit Anstrengungen und über die Zeit mit einer Dauerbelastung einher. Außerdem können solche Einschränkung der Betroffenen auf mobilitäts-, kommunikativer, informativer und auch emotionaler Ebene zur Isolation führen (Eitner, 2008).
So leitet Kathrin Schröder ihre Masterarbeit „Aspekte der Arbeitszufriedenheit schwerhöriger Menschen“ ein.
Bild: Kathrin Schröder, Foto: Fotostudio Schloen

Für ihre Masterarbeit setzte Kathrin einen Online-Fragebogen ein und bat den CIV NRW, auf die Befragung auf seinen Medien hinzuweisen und um Teilnahme zu bitte. Natürlich hat der Verband Kathrin in dieser Hinsicht gerne unterstützt.
Kathrin hat uns exklusiv eine Zusammenfassung ihrer Masterarbeit zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Die Ergebnisse machen deutlich, dass die Arbeitszufriedenheit schwerhöriger Menschen abhängig von der Unterstützung und Akzeptanz am Arbeitsplatz ist.

Zusammenfassung der Masterarbeit von Kathrin Schröder:

Arbeit erfüllt neben der Existenzsicherung viele psychosoziale Funktionen, wie das Erlangen und Verbesserung von sozialen Kontakten, sozialen Interaktionen, Problembewältigung, Struktur sowie Orientierung. Es wurde mehrfach empirisch
(„aus der Erfahrung“ bzw. „auf Beobachtungen beruhend“) belegt, dass schwerhörige Menschen hinsichtlich dieser Funktionen durch Beeinträchtigungen auf kommunikativer, informativer, emotionaler und auch mobiler Ebene beeinträchtigt sein können. Eine grundlegende Chancengleichheit ist diesem Fall nicht gegeben. Auf Basis dessen wurden in der Masterarbeit unterschiedliche Aspekte im Zusammenhang mit arbeitszufriedenheitsrelevanten Faktoren untersucht. Dazu wurden die Daten von 139 schwerhörigen erwerbstätigen Menschen zwischen 18 und 65 Jahren mithilfe eines Online-Fragebogens erhoben. Die Daten wurden anschließend mittels Regressionsanalyse, t-Tests und mehrfaktorieller Varianzanalyse unter der Verwendung eines Signifikanzniveaus von 95% ausgewertet.

Die Ergebnisse zeigen Barrieren schwerhöriger Menschen am Arbeitsplatz auf, durch die schwerhörige Menschen sowohl technische als auch soziale Unterstützung am Arbeitsplatz benötigen, um ihre Beeinträchtigungen des Hörvermögens ausgleichen zu können. In der vorliegenden Untersuchung gab aber jeder Vierte an, keine Unterstützung am Arbeitsplatz zu erhalten. Ebenso gaben rund 80% an, keine Rücksicht bei weiteren individuellen Bedürfnissen zu erhalten. Unter der Berücksichtigung, dass 90% der Befragten einen Grad der Behinderung (GdB) aufweisen, gewinnen diese Ergebnisse zusätzlich an Gewichtung.

Die Erhebungsdaten legen zudem nahe, dass eine hohe Kommunikationsbelastung, vor allem durch Meetings, Telefonate sowie Gespräche über verschiedene Räume hinweg, die durchschnittliche Zufriedenheit der arbeitszufriedenheitsrelevanten Aspekte negativ beeinflusst.

Eine gute persönliche Anpassung der Betroffenen zeigte einen positiven signifikanten Einfluss auf die Zufriedenheit der arbeitszufriedenheitsrelevanten Aspekte.

Die Untersuchung der Reaktionen des Umfeldes ergab, dass dieses aus Sicht der Betroffenen durchschnittlich selten negativ auf die Schwerhörigkeit reagiert. Zu nennen ist hier, dass negative Reaktionen des Umfeldes die Zufriedenheit mit den Kolleg*innen, mit den Arbeitsbedingungen und mit den Vorgesetzten verschlechtern. Die Freitextanmerkungen am Ende des Fragebogens zeigen ein ambivalentes Bild hinsichtlich der Unterstützung durch Arbeitgebende: Teilweise gelingt die Unterstützung, in mehreren Fällen besteht jedoch auch Verbesserungsbedarf. Generell stimmen die Anmerkungen aber mit den bereits erhobenen Faktoren überein.

Ferner konnte gezeigt werden, dass schwerhörige Menschen zufriedener mit ihren Kolleg*innen sind, wenn sie Kommunikationsstrategien abstimmen. Mit Blick auf die bisher nur gelegentlich verwendeten Strategien zur Verbesserung der Kommunikation seitens der Betroffenen, lässt sich an dieser Stelle also durchaus eine Empfehlung aussprechen. Es bedarf dafür einerseits eine Stärkung des Selbstbewusstseins der Betroffenen, um die Hemmung zur Verwendung dieser aktiven Strategie zu verringern. Andererseits wird eine erhöhte Akzeptanz im Umfeld benötigt.

Insgesamt kann die Situation der schwerhörigen Menschen im Arbeitsumfeld vor allem durch eine bessere Aufklärung verbessert werden. Besonders relevant zeigte sich das kollegiale Umfeld. Daher benötigen die schon bestehenden Sensibilisierungs- und Informationsangebote eine höhere Abrufquote.

Quelle: Schröder, Kathrin (2021). Aspekte der Arbeitszufriedenheit schwerhöriger Menschen - eine quantitative Studie. Masterarbeit. Lehrstuhl für Pädagogik und Didaktik hörgeschädigter Menschen, Universität zu Köln.

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