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Cochlea Implantat Verband NRW e.V. - taub und trotzdem hören

Kathrin SchröderEin Mensch ohne Beeinträchtigungen verfügt über den Seh-, Tast-, Hör-, Geruchs- und Geschmackssinn. Der Hörsinn, einer der sogenannten Fernsinne, stellt einen elementaren Sinn des Menschen dar. Durch diesen Fernsinn können wir miteinander kommunizieren, uns Informationen beschaffen sowie in der Umwelt orientieren und fortbewegen. Ist einer dieser oben genannten Sinne beeinträchtigt oder fällt vollständig aus, ist zwar eine Kompensation in einem begrenzten Umfang durch die übrigen Sinne möglich, diese geht jedoch mit Anstrengungen und über die Zeit mit einer Dauerbelastung einher. Außerdem können solche Einschränkung der Betroffenen auf mobilitäts-, kommunikativer, informativer und auch emotionaler Ebene zur Isolation führen (Eitner, 2008).
So leitet Kathrin Schröder ihre Masterarbeit „Aspekte der Arbeitszufriedenheit schwerhöriger Menschen“ ein.
Bild: Kathrin Schröder, Foto: Fotostudio Schloen

Prof. Dr. Rüdiger Behr Leiter der Plattform Degenerative Erkrankungen am Deutschen PrimatenzentrumGentherapie gegen Taubheit - Kooperationsprojekt erhält eine Million Euro von der Leibniz-Gemeinschaft
Eines von 500 Kindern wird mit einem Hörschaden geboren, in 50 bis 70 Prozent der Fälle ist ein Gendefekt die Ursache. Das Deutsche Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung, die Universitätsmedizin Göttingen und das Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin wollen in einem gemeinsamen Forschungsprojekt eine Gentherapie etablieren, mit der erblich bedingte Gehörlosigkeit behandelt werden kann. Die Methode soll an Weißbüschelaffen entwickelt und dann auf menschliche Patienten übertragen werden. Die Leibniz-Gemeinschaft hat jetzt die Förderung über rund eine Million Euro für das Projekt zugesagt.
Bild: Prof. Dr. Rüdiger Behr, Leiter der Plattform Degenerative Erkrankungen am Deutschen Primatenzentrum. Foto: Karin Tilch, Deutsches Primatenzentrum GmbH

beethovenForscherinnen und Forscher der Universität zu Lübeck haben im Rahmen einer Studie herausfinden können, dass zwischen der Hörfähigkeit und der eigenen Persönlichkeit ein Zusammenhang besteht. Wie gut man mit dem eigenen Gehör und mit störenden Hintergrundgeräuschen zurechtkommt, hängt demnach damit zusammen, ob man ein eher sorgenvoller Mensch ist. Die Psychologinnen und Psychologen aus der Arbeitsgruppe Auditive Kognition konnten diese Forschungsergebnisse im Fachblatt “Royal Society Open Science” veröffentlichen. Schon lange ist bekannt,

Die Lösungen des Fraunhofer IDMT in Oldenburg zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit basieren u.a. auf Algorithmen zur Quellentrennung, die Dialoge auch bei komplexer Hintergrundakustik isolieren und hervorheben.  Anika Bödecker  Fraunhofer IDMTDas Fraunhofer IDMT stellt Lösungen für die Analyse, Bewertung und Verbesserung von Sprachverständlichkeit vor.
Neue Audioanalyseverfahren des Fraunhofer-Instituts für Digitale Medientechnologie IDMT unterstützen Tonschaffende dabei, die Verständlichkeit von Sprache objektiv einzuschätzen und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum optimalen Audio-Mix.
Bei Medienproduktionen oder im Broadcast-Bereich wird oftmals subjektiv entschieden, ob Sprachanteile für Zuhörende ausreichend gut verständlich sind. Jeder Mensch hat jedoch unterschiedliche Hörpräferenzen. Außerdem kann es sinnvoll sein, je nach Zielgruppe auf den demographischen Wandel und bestehende Höreinschränkungen Rücksicht zu nehmen.
Bild: Die Lösungen des Fraunhofer IDMT in Oldenburg zur Verbesserung der Sprachverständlichkeit basieren u.a. auf Algorithmen zur Quellentrennung, die Dialoge auch bei komplexer Hintergrundakustik isolieren und hervorheben. Anika Bödecker, Fraunhofer IDMT

Implantatelektronik mit integrierter Schnittstelle für die drahtlose Energie- und Datenübertragung mittels Ultraschall zur Versorgung tief liegender Implantate.  © Fraunhofer IBMTImplantate können den Körper aktiv unterstützen: So etwa Herzschrittmacher, Neuroprothesen oder Cochlea-Implantate. Künftig sollen aktive Implantate kleiner, energiesparsamer und vor allem patientenschonender werden. Das Fraunhofer-Institut für Biomedizinische Technik IBMT arbeitet daher an der Miniaturisierung, der Energieversorgung von außen und an drahtlos vernetzten Implantaten.
Während Zahnimplantate »nur« den Zahn ersetzen und dem Körper wie ihr natürliches Vorbild mechanisch beim Zermahlen der Nahrung helfen, unterstützen andere Implantate den Körper aktiv – und werden daher »aktive Implantate« genannt.
Bild: Implantatelektronik mit integrierter Schnittstelle für die drahtlose Energie- und Datenübertragung mittels Ultraschall zur Versorgung tief liegender Implantate.
© Fraunhofer IBMT

FAU-Wissenschaftler will den kleinen Bruder des Tinnitus – den Zwickerton – besser verstehen.
Ein Pfeifen, das nicht mehr überhört werden kann. Millionen Menschen werden täglich vom Tinnitus begleitet. Um die dahintersteckenden Mechanismen besser zu verstehen, forscht Dr. Achim Schilling von der HNO-Klinik an der FAU am Zwickerton, einem künstlich erzeugten kurzen Phantomgeräusch, ähnlich einem Tinnitus. Das mit 400.000 Euro geförderte DFG-Projekt läuft drei Jahre.

Diese Zwillingsmädchen sind von einer angeborenen, beidseitigen Hörminderung betroffen. Mit einem neuen Zentrum will sich das Uniklinikum Würzburg in Zukunft noch stärker solchen genetischen Innenohrstörungen widmen.  Bild: Daniel Peter / Uniklinikum Würzburg  Uniklinikum Würzburg: Zentrum für genetische Innenohrstörungen eingerichtet
Als Teil des Comprehensive Hearing Centers des Uniklinikums Würzburg widmet sich jetzt ein neues Zentrum noch intensiver der Forschung, Diagnostik und Behandlung von genetisch bedingten Hörstörungen
Rund zwei Drittel aller Hörstörungen sind genetisch bedingt. „Vor diesem Hintergrund arbeitet unser Comprehensive Hearing Center schon seit mehr als einem Jahrzehnt intensiv mit dem Institut für Humangenetik der Universität Würzburg zusammen“, berichtet Prof. Dr. Dr. h. c. Rudolf Hagen.
Bild: Diese Zwillingsmädchen sind von einer angeborenen, beidseitigen Hörminderung betroffen. Mit einem neuen Zentrum will sich das Uniklinikum Würzburg in Zukunft noch stärker solchen genetischen Innenohrstörungen widmen. Foto: Daniel Peter / Uniklinikum Würzburg

Akustik-Forschung der TU Ilmenau an einem Kunstkopf TU Ilmenau/Michael ReichelBrandenburg Labs und TU Ilmenau entwickeln Spezialkopfhörer zur Therapie von Tinnitus
Die Brandenburg Labs GmbH und die Technische Universität Ilmenau starten ein Forschungsprojekt, in dem sie einen Spezialkopfhörer zur Diagnostik und Therapie von Tinnitus entwickeln. Der Kopfhörer mit Raumklang soll künftig eine engere Verknüpfung von Tinnitus-Diagnose und -Therapie (Theranostik) ermöglichen und die Lebensqualität von Tinnitus-Betroffenen verbessern. Das zweijährige Verbundprojekt wird im Rahmen der Richtlinie des Freistaats Thüringen zur Förderung von Forschung, Technologie und Innovation als Teil der Reaktion der Europäischen Union auf die COVID-19-Pandemie (REACT-EU) finanziert.

Bild: Akustik-Forschung der TU Ilmenau an einem Kunstkopf - TU Ilmenau/Michael Reichel

Mundbilder - Ulli Svoboda (l), Petra Steyer, Foto: Gustav SommerDas Sprachverstehen vor Hintergrundlärm und in Gesprächssituationen mit mehreren Sprechenden wird deutlich reduziert, wenn ein Mund-Nasen-Schutz von der sprechenden Person getragen wird. Das konnten Forschende der Universitätsmedizin Halle (Saale) um apl. Prof. Dr. Torsten Rahne zeigen. Die Studie mit dem Titel „Influence of face surgical and N95 face masks on speech perception and listening effort in noise“ wurde in der Fachzeitschrift PLOS ONE publiziert.

„Das sogenannte Signal-Rausch-Verhältnis verschlechtert sich um bis zu drei Dezibel, was das Sprachverstehen in Gesprächssituationen mit etwa gleich lautem Hintergrundlärm bereits um bis zu 50 Prozent reduziert.

pdf bildGesundheit und Gesundheitskompetenz von Menschen mit Beeinträchtigung
in Zeiten der Corona-Pandemie (COVID-HL-HeHLDiCo)
Einladung zu einer Online-Befragung
PDF Download >>>
Umfrage in schwerer Sprache unter: https://ww2.unipark.de/uc/HeHLDiCo/

Verstehen ohne Worte - dem Ursprung der Sprache einen Schritt näher
Lautmalereien könnten die entscheidende Rolle bei der Entstehung der menschlichen Sprache gespielt haben. Darauf deuten die Ergebnisse einer weltweit durchgeführten Studie eines internationalen Forscherteams unter der Leitung von Expert:innen des Leibniz-Zentrums Allgemeine Sprachwissenschaft (ZAS), Berlin und der University of Birmingham hin.
Nicht nur Gesten, sondern auch Lautmalereien könnten ein wesentlicher Baustein für die Entstehung der menschlichen Sprache gewesen sein. Das zeigen die Ergebnisse einer Studie mit knapp 1000 Teilnehmer:innen aus 28 Sprachen.

Links: 3D-Mikroskopische Aufnahme eines LED-basierten optischen Cochlea-Implantats (blaue LEDs in grauer Silikonverkapselung) mit Haarzellen (orange) und Hörnerv (blau/grün) in der Cochlea eines Weißbüschelaffen. Rechts: oCI in der basalen Windung.  Daniel Keppeler, UMGBildgebende Verfahren ermöglichen entscheidenden Schritt zur Entwicklung neuartiger Hörprothesen

Gesprochene Worte verstehen, eine normale Sprache entwickeln -Cochlea-Implantate ermöglichen Menschen mit hochgradigem Hörverlust einen großen Gewinn an Lebensqualität. Problematisch sind jedoch Hintergrundgeräusche, sie beeinträchtigen das Sprachverständnis von Menschen mit Cochlea-Implantat erheblich. Das Team um Tobias Moser vom Institut für Auditorische Neurowissenschaften und InnenOhrLabor der Universitätsmedizin Göttingen und von der Forschungsgruppe Auditorische Neurowissenschaften und Optogenetik am Deutschen Primatenzentrum – Leibniz-Institut für Primatenforschung (DPZ) arbeitet deshalb daran, Cochlea-Implantate zu verbessern.
Bild: Links: 3D-Mikroskopische Aufnahme eines LED-basierten optischen Cochlea-Implantats (blaue LEDs in grauer Silikonverkapselung) mit Haarzellen (orange) und Hörnerv (blau/grün) in der Cochlea eines Weißbüschelaffen. Rechts: oCI in der basalen Windung. Daniel Keppeler, UMG

demenz - peter hölterhoffDemenz, die krankhafte Abnahme des Gedächtnisses und der Fähigkeit zu denken und Entscheidungen zu treffen, wird zu einer immer größeren Herausforderung für Betroffene, Familien sowie Gesundheitssysteme. Eine aktuelle, repräsentative Studie der Universität Leipzig mit 3.500 Senioren über 75 Jahren zeigt, dass Hörbeeinträchtigungen einen signifikanten Einfluss auf die langfristige Entwicklung dieser Krankheit haben. Die Ergebnisse sind aktuell im „Journal of the American Geriatrics Society“ erschienen.

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