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Die CIV NRW News online
Die CIV NRW News ist die Verbandszeitschrift des Cochlea Implantat Verband NRW e.V. -
gemeinnütziger Selbshilfeverband in der DCIG e.V.

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17117 broschuere spracherwerb ci coverJedes Jahr erhalten in Deutschland rund 2.000 Patienten ein Cochlea-Implantat (CI). Dabei handelt es sich um eine Innenohrprothese, die durch elektrische Reizung des noch funktionsfähigen Hörnerven auditive Wahrnehmung, also Hörempfindungen und Sprachverstehen, ermöglicht.
Auch gehörlose Kinder werden zunehmend mit einem CI-System versorgt. Für die betroffenen Eltern ist das Thema des Spracherwerbs ihrer Kinder mit einem Cochlea-Implantat ein besonders wichtiges Thema. Hierzu gibt die Informationsbroschüre "Spracherwerb bei Kindern mit Cochlea-Implantat" (Autorin: Cynthia Wanka, April 2015) umfangreiche Informationen und praktische Hinweise. Die Broschüre kann kostenfrei heruntergeladen werden. https://www.bvmed.de/download/broschuere-spracherwerb-bei-kindern-mit-cochlea-implantat

Die Broschüre ist 2015 erschienen, dennoch bietet sie auch aktuell eine gute Informationsgrundlage.
Quelle: BVmed

CIEin Cochlear Implant (englisch) oder Cochlea-Implantat (lat./eingedeutscht), CI abgekürzt, ist eine Innenohrprothese für hochgradig schwerhörige und gehörlose Kinder und Erwachsene, denen herkömmliche Hörgeräte wenig oder gar keinen Nutzen mehr bringen. 

Voraussetzung für die Versorgung mit einem CI ist ein intakter Hörnerv. Die erforderliche Untersuchung wird mit einem sogenannten Nadeltest (Promontoriumstest) durchgeführt.

Das Implantat wird in einer 2- bis 3-stündigen Operation hinter dem Ohr unter die Haut gepflanzt und ist über ein Elektrodenbündel mit der Hörschnecke (lat. Cochlea) verkabelt. Direkt am Ohr sitzt, optisch ähnlich wie ein Hörgerät, ein Sprachprozessor mit Mikrofon. Er ist mit einer Sendespule verkabelt, die per Magnet an das Implantat angedockt wird.

5. Bielefelder Hörtag_36Das Cochlea-Implantat (englisch cochlear implant, CI) ist eine Hörprothese für Schwerhörige und Gehörlose, deren Hörnerv nicht funktionsgestört ist.

Das gesamte CI-System besteht aus einem Mikrofon, das mit einem digitalen Sprachprozessor verbunden ist. Dieser wird über ein Verbindungskabel mit einer Sendespule gekoppelt. Diese Spule ist mit einem Magneten versehen. Dies ist die äußere sichtbare Einheit.

Eine CI-Versorgung ist dann angezeigt, wenn mittels bester herkömmlicher schallverstärkender Hörgeräte kein ausreichendes Sprachverstehen mehr erzielt werden kann. Das ist bei zerstörten Haarzellen der Fall. Die frühere Aussage, dass ein CI nur für vollständig ertaubte Menschen in Frage kommt, ist überholt. In Deutschland wird zur Untersuchung des Sprachverstehens mit Hörgeräten bei Jugendlichen und Erwachsenen beispielsweise der Freiburger Einsilbertest verwendet.

5. Bielefelder Hörtag_35

Das Cochlea-Implantat besteht aus einem externen Teil (bestehend aus Mikrofon, Sprachprozessor, Batterie oder Akku und Spule) und einem implantierten Teil (bestehend aus Spule, Signalprozessor mit Stimulator und Elektroden für die Stimulation). Der externe Teil wird meist hinter dem Ohr getragen (Versuche, diese Einheit ebenfalls zu implantieren, schlugen bisher fehl) und überträgt digitale Informationen über die äußere Spule an die implantierte Spule.

Die Implantation geschieht immer unter Vollnarkose. Vor der Operation wurden früher oft die Haare hinter dem Ohr wegrasiert, bei den heutigen Methoden ist das allerdings kaum noch nötig. Dann wird die Haut hinter dem Ohr 5 bis 8 cm lang aufgeschnitten und nach hinten geklappt. Aus dem nun freiliegenden Schädelknochen wird eine Vertiefung ausgefräst, die später das Stimulatorgehäuse des Implantats aufnehmen soll. Bei Kindern wird dabei die Hirnhaut (Dura) teilweise freigelegt.

Externe Einheit Cochlea-System

Die elektrischen Reize in der Hörschnecke erzeugen beim CI-Träger individuelle Hörempfindungen, die teils anders sind als die von Normalhörenden. Der neurologische Mechanismus für die Verarbeitung von akustischen Reizen ist aber so flexibel, dass eine Anpassung an diese Empfindungen stattfindet.

Zu den allgemeinen Risiken einer Operation treten spezielle Risiken.

Eine gewisse Gefahr besteht für den Gesichtsnerv und den Geschmacksnerv, da der Kanal für den Elektrodenträger in seiner Nähe gefräst wird. Der Chirurg muss daher extrem vorsichtig mit Hilfe von Facialismonitoring vorgehen, um die Gesichts- und Geschmacksnerven nicht zu verletzen.

ie CI-Versorgung von hochgradig schwerhörenden oder gehörlosen Kleinkindern ist heute aufgrund der im Vergleich zur Hörgeräteversorgung überragenden Hör- und Spracherwerbsleistung medizinischer Standard und wird von einer großen Mehrheit der betroffenen Eltern angenommen. Die Versorgung ist vor dem 2. Lebensjahr empfohlen,[2] da die Resultate mit steigenden Implantationsalter schlechter werden. Eine Implantation nach dem achten Lebensjahr erscheint für die meisten von Geburt an gehörlosen Kinder weniger sinnvoll, da ein Erwerb oder die Verbesserung der Lautsprache durch das Gehör dann nur noch sehr eingeschränkt möglich ist. Das gilt natürlich nicht, wenn ein Kind früher ausreichend mit Hörgeräten versorgt werden konnte und durch eine Verschlechterung der Hörschwelle erst später Sprache mit Hörgeräten nicht mehr ausreichend verstanden werden kann.

In den vergangenen Jahren wurde üblicherweise nur ein Ohr implantiert, auch und gerade, wenn beide Ohren ertaubt waren. Einerseits wurde das Argument eines unoperierten „Ersatzohres“ angeführt, das in der Zukunft für verbesserte Implantate oder andere Therapieformen (Hoffnung, die Hörzellen wieder nachwachsen zu lassen) zur Verfügung stünde. Andererseits haben die Krankenkassen nur die einseitige Implantation bezahlt.

William F.House - M.D_1Pionierarbeit zur Entwicklung dieses Gerätekonzepts leisteten ab den 1960er Jahren William F. House in den USAGraeme Clark in Australien und das Ehepaar Ingeborg und Erwin Hochmair in Österreich. House befasste sich dabei mit einer einkanaligen Übertragung, während Clark und das Ehepaar Hochmair mit einem mehrkanaligen Übertragungskonzept letztlich erfolgreicher in der Anwendung und Vermarktung waren.

Nicht jeder befürwortet die Implantation eines CIs. Gerade taub geborene Menschen haben eine eigene Kultur, die Gehörlosenkultur für sich entdeckt. Sie kommunizieren per Gebärdensprache und befürchten, dass durch das CI die Lautsprache in den Vordergrund tritt. Besonders bei tauben Kindern schlagen die Wellen hoch, da einige den Weg zur Gehörlosenkultur durch das CI versperrt sehen. Die Kritiker sehen ein Leben in Taubheit als positiv an, bewegen sich frei in der Gemeinschaft der Gehörlosen und pflegen ihre eigene Spache, die Gebärdensprache.
Aber die Gebärdensprache ist ja auch für mit CI implantierter Kinder durchaus zusätzlich erlernbar.

Zum Thema wurde eine Resolution zur einseitigen Beeinflussung von Eltern hörbehinderter Kinder zum Cochlea-Implantat (CI) verfasst.

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Aus medizinischer Sicht stellen die Möglichkeiten und Auswirkungen der Cochlea-Implantat-Versorgung eine eindrucksvolle wissenschaftliche Neuerung der letzten Jahre dar. Sie ermöglicht zunehmend auch bei Kindern Taubheit zu überwinden und Hörempfinden sowie Sprachverstehen zu aktivieren.

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